Wohnkomplex BYTKOWSKA

Wohnobjekte
Standort
Katowice
Architektur
ARKAT
Konstruktionsprojekt
2019-2020
Bauherr
WAWEL SERVICE

Das Konstruktionsprojekt des Wohnkomplexes BYTKOWSKA betraf ein Bauvorhaben, das aus dem Bau einer Wohnsiedlung bestand. Die Siedlung besteht aus zwei quaderförmigen Mehrfamilienhäusern (A und B) mit Dienstleistungs- und Geschäftsteil, Tiefgaragen und Landentwicklung. Die Gebäude standen senkrecht zueinander und waren durch ein Verbindungsgebäude miteinander verbunden. Gebäude A hat ein Untergeschoss und 7 oberirdische Stockwerke. Im Erdgeschoss befinden sich einige Geschäftsräume, während der übrige Teil des Gebäudes aus Wohnungen und Lagerräumen besteht. Gebäude B verfügt über Wohnungen in allen 6 oberirdischen Stockwerken. In beiden Gebäuden wird das Untergeschoss als Parkplatz und technische Räume genutzt. Gebäude A hat Korridorcharakter und Gebäude B ist ein Galeriegebäude. Jedes der Objekte wird von einem Kommunikationsknoten mit einem Treppenhaus und einem Personenaufzug sowie einer gemeinsamen Evakuierungstreppe bedient.

Die Gebäude wurden in traditioneller Technologie entworfen. Die Strukturelemente im Kellergeschoss sind als monolithischer Stahlbeton ausgeführt. Im oberirdischen Teil wurde ein Wand- und Scheibensystem in monolithischer und teilweise gemauerter Technologie zusammen mit Versteifungselementen aus Stahlbeton verwendet. Aufgrund des unterschiedlichen Fundamentniveaus wurden die entworfenen Gebäude durch eine Dehnungsfuge in Höhe der Fundamentplatte voneinander getrennt. Oberhalb der Gründungsebene ist die Objektkonstruktion in kleinere Segmente unterteilt.

Das Konstruktionsprojekt des Wohnkomplexes BYTKOWSKA umfasste zweistufige Entwurfsarbeiten. Im Rahmen dieser Investition wurde ein Bau- und Ausführungsentwurf der Konstruktion entwickelt.

Beschreibung der Konstruktionselemente:

    Bei der Entwicklung dieses Projekts wurde 2D- und 3D-Software verwendet und eine sehr genaue und detaillierte statische und Festigkeitsanalyse sowie Tragwerksberechnungen auf der Grundlage eines 3D-Modells in Autodesk®: ROBOT™ Structural Analysis Professional® durchgeführt. Die Kontrollberechnungen wurden selektiv mit Specbud®-Softwarepaketen durchgeführt. Alle Schalungs- und Bewehrungszeichnungen wurden im 3D-Modell von Autodesk®: Advance Concrete erstellt.

    Gründung:

    Die Flachgründung wurde in Form von Fundamentplatten entworfen, die als ein mehrfeldrige umgekehrtes Platten- und Säulensystem berechnet wurden. In den Bereichen, in denen sich die Säulen befinden, wurden lokale Plattenvertiefungen entworfen, um das entworfene Fundament vor Durchstanz zu schützen. Die Dicke der Fundamentplatte beträgt 30 cm, mit lokal Vertiefung in Säulenstreifen bis zu 120 cm. Für Fundamente wurde die Betonklasse C35/45 angenommen. Platten wurden mit Bewehrungsstahl der Klasse A-IIIN (B500SP) und Bewehrungsnetz aus Draht der Klasse B500A bewehrt. Darunter wurde eine 10 cm dicke Sauberkeitsschicht aus Magerbeton C8/10 entworfen.

    Das Objekt wurde auf felsigem Boden gegründet. In unmittelbarer Nähe des entworfenen Gebäudes A befindet sich eine bestehende Wasserleitung, daher war es notwendig, die Konstruktion vor möglichen nachteiligen Auswirkungen einer Beschädigung der Rohrleitung zu schützen. Darum wurde das Fundament von Gebäude A in Form einer “weißen Wanne” ausgeführt und eine verdickte Sauberkeitsschicht aus Magerbeton wurde erstellt, das bis zur Decke der tragenden Bodenschicht reichte.

    Wände:

    Die Wände in den Gebäuden A und B sind in verschiedenen Technologien ausgeführt. Ein Teil der Wände sind monolithische Stahlbetonwände, die in einem Wand- oder Wand-Scheibe-System arbeiten, während ein Teil der Wände aus Mauerwerkselementen besteht, die mit Stahlbetonelementen versteift sind. Monolithische, Stahlbetonwände in verschiedenen Dicken von 18-30 cm. Wände und Scheiben sind aus Beton der Klasse C30/37 in der Garage, C35/45 im Erdgeschoss und C25/30 in den darüber liegenden Stockwerken. Wände verstärkt mit vertikalen und horizontalen Stäben ø10 und ø12 aus Stahl der Klasse A-IIIN, B500SP. Außerdem sind die Wände mit erhöhtem Feuerwiderstand auf REI60 und REI120 in der Garage entworfen. Mauerwerkswände, die aus TAB-Betonsteinen verschiedener Dicken entsprechend dem architektonischen Projekt entworfen wurden. Darüber hinaus sind im Rahmen des Landentwicklungsprojekts in unmittelbarer Nähe des Gebäudes Stützmauern geplant.

    Säulen:

    Stahlbetonsäulen, die starr im Fundament befestigt sind, wurden entworfen, um die Decken zu stützen, hauptsächlich im unterirdischen Teil. Es wurden Säulen mit unterschiedlichen Querschnittsabmessungen in Abhängigkeit von den übertragenen Lasten angenommen. Die Garagensäulen wurden mit REI120 Feuerwiderstand entworfen, und ein außergewöhnliche Lastfall wurde in die Berechnung berücksichtigt, der aus der Möglichkeit eines Autoaufprall entsteht. Im oberirdischen Teil sind Säulen REI60 mit Feuerwiderstand vorgesehen. Die Feuerwiderstand wird durch die geeignete Betondeckung gewährleistet. Es wurde Beton C30/37 und Bewehrung mit Stäben ø20 aus A-IIIN-Stahl (B500SP) verwendet.

    Stahlbetonträger:

    Es wurden mehrfeldrige Durchlaufträger entworfen, die auf Stützen oder Stahlbetonwänden aufgelegt sind. Die Balken bilden eine direkte Unterstützung für die entworfenen Deckenplatten oder Unterstützung für die entworfenen Wände der höheren Stockwerke. Der Entwurf sieht unterschiedliche Querschnittsabmessungen der Träger vor, abhängig von ihrer Lage, Spannweite und den aufgenommenen Lasten. Es wurden verschiedene Betonklassen verwendet, ähnlich wie bei Wänden. Es wurde Bewehrungsstahl der Klasse A-IIIN (B500SP) angenommen.

    Decken:

    In beiden Gebäuden wurden mehrfeldrige, kreuzweise bewehrte Platten entworfen, die auf einem System von Stahlbetonbalken und einem Wand-Scheiben-System auflegen. Es wurden monolithische, 20 cm dicke Stahlbetonplatten entworfen. Nur die Dicke der Decke über der Garage wurde aufgrund des erhöhten Feuerwiderstands der Decke und der höheren Nutzlasten auf 30 cm erhöht. Die Decke über dem Erdgeschoss ist mit Beton der Klasse C35/45 und der Rest mit C25/30 ausgeführt. Es wurde eine Bewehrung mit geraden Stäben ø10, ø12 und ø16 aus Stahl der Klasse A-IIIN (B500SP) verwendet. Die Balkone sind als Kragplatten ausgeführt, die mit Hilfe von tragende Wärmedämmelemente von der Innendecke abgehängt werden.

    Dachkonstruktion:

    Die Dachkonstruktion wurde als Flachdach mit traditioneller Schichtanordnung ausgeführt. Die Tragkonstruktion ist eine 20 cm dicke monolithische Stahlbetonplatte aus Beton der Klasse C25/30, die mit A-IIIN-Stahl (B500SP) bewehrt ist. Entlang des gesamten Dachumfangs wurde 18 cm dicke Attika aus Stahlbeton entworfen.

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