Das Konstruktionsprojekt des Auto-Service-Komplexes betraf den Bau eines modernen Autoservice-Zentrums in Breslau. Der entworfene Komplex umfasst ein Autohaus und einen Autoservice, der auf die globalen Anforderungen von Automobilgiganten wie Volkswagen, Seat oder Skoda zugeschnitten ist. In der Nähe der Kreuzung der Autobahnen A4 und A8 wurde eine Anlage mit einer Nutzfläche von fast 17 Tausend m² geplant. Der nutzbare Bereich der Anlage besteht aus mehreren funktionell eng miteinander verbundenen Teilen, unter anderem Ausstellungsräume mit einem Verkaufsteil verschiedener Marken, Service- und Lagereinrichtungen und einer Autowaschanlage und Lackiererei. Der Ausstellungsbereich bietet Platz für ca. 50 Autos.

Die Konstruktion des gesamten Objekts besteht aus zwei Teilen, die durch eine Dehnungsfuge voneinander getrennt und auf verschiedenen Ebenen gegründet sind. Der unterirdische Teil ist ein monolithisches Skelett, das aus einem System von Stützen und Stahlbetonscheiben besteht. Der oberirdische Teil wurde als “offener Raum” mit einem Netz von Stahlbeton- und Stahlstützen konstruiert. Das gesamte Gebäude ist mit einer Stahldachkonstruktion bedeckt, die aus Stahlgitterträgern und mit Trapezblech verkleideten Balken besteht.

Das Konstruktionsprojekt des MOTORPOL-Autoservice-Komplexes beinhaltete die Entwicklung des Bau- und Ausführungsentwurfs in enger Zusammenarbeit und Branchenkoordination. Das Projekt basierte auf einem architektonischen Konzept, das vom Architekturbüro INCO aus Gliwice entwickelt wurde.

Beschreibung der Konstruktionselemente:

    Der Konstruktionsentwurf des MOTORPOL-Servicekomplexes basierte auf der BIM-Technologie, die eine enge Koordinierung der einzelnen Branchen und eine effiziente Entwicklung des Konstruktionsdesigns ermöglichte. Für dieses Projekt wurde die BIM-Software von Autodesk® REVIT Structural verwendet. Die Analysen und Berechnungen wurden anhand eines 3D-Modells der gesamten Konstruktion durchgeführt, das in Autodesk® ROBOT™ Structural Analysis Professional und den 2D-Paketen von Specbud® erstellt wurde. Es wurden detaillierte Verlegepläne, Schalungs- und Bewehrungszeichnungen einzelner Stahlbetonelementen sowie Zeichnungen von Stahlbauelementen in Autodesk® Advance Concrete und Advance Steel angefertigt.

    Gründung:

    Die Fundamente sind als 40 cm dicke Fundamentplatte auf zwei verschiedenen Ebenen ausgeführt. Fundamentplatten aus Beton der Klasse C30/37 und verstärkt mit Stahl A-IIIN (B500SP). Die Fundamente sind mit wasserdichtem Beton der Wasserdichtheitsklasse W8 vorgesehen. Das gesamte Fundament wurde auf eine 10 cm dicke Sauberkeitsschicht aus Magerbeton der Klasse C12/15 gelegt. Zwischen den beiden Gebäudeteilen, die sich auf unterschiedlichen Ebenen befinden, wurde eine 30 mm breite Dehnungsfuge vorgesehen. Die Dehnungsfugen wurden mit einem kompressiblen Material gesichert, um das Eindringen von Grundwasser in das Gebäude zu verhindern.

    Wände:

    Auf der Ebene des Untergeschosses, teilweise des Erdgeschosses und in den Treppenhäusern und PKW-Aufzugsschächte wurden 30 cm dicke monolithische Stahlbetonwände entworfen. Alle Wände werden mit der Feuerwiderstandsklasse REI120 bemessen, die durch die entsprechende Betondeckung sichergestellt wird. Tragende Wände aus Beton der Klasse C30/37 und verstärkt mit Stahl A-IIIN B500SP. Zusätzlich wurden einige der Wände als Mauerwerk aus Silikatblöcken mit Aussteifungen in Form von Stahlbetonstützen und -balken ausgeführt.

    Säulen:

    Im Projekt wurden Stahlbeton- und Stahlstützen verwendet. Stahlbetonstützen aus Beton der Klasse C30/37 oder C40/50, verstärkt mit Stahl A-IIIN B500SP und Feuerwiderstandsklasse REI120. Stahlstützen aus feuergeschütztem Stahl S235JR. Alle Säulen sind so konstruiert, dass sie eine außergewöhnliche Last aus dem Aufprall des Fahrzeuges übertragen können.

    Träger:

    Über dem Untergeschoss und einem Teil des Erdgeschosses wurde ein System von Stahlbetonträgern entworfen, die zusammen mit Deckenplatten auf der Baustelle ausgegossen wurden. Träger sind aus Beton der Klasse C30/37 konstruiert und mit Stäben der Stahlgüte B500SP und der Klasse A-IIIN verstärkt. Die tragenden Balken in den Decken sind mit einem Feuerwiderstand REI120 entworfen, die durch die entsprechende Betondeckung der Hauptbewehrung sichergestellt wird. Darüber hinaus sind zweiseitig gelagerte Träger in Mauerwerkswänden mit einem auf REI60 reduzierten Feuerwiderstand entworfen.

    Decken:

    Die Decken wurden als 20 und 24 cm dicke Stahlbetonplatten konstruiert, die auf einem System von Stahlbetonträgern auf einem Stützenraster aufgelegt sind. Geschossdecken aus Beton der Klasse C30/37, verstärkt mit Stahlstäben B500SP (A-IIIN). Alle Platten sind in der Feuerwiderstandsklasse REI120 ausgeführt.

    Treppe:

    Monolithische Stahlbetontreppen wurde entworfen, die in Stahlbetonwänden verankert sind. Die Dicke der Laufplatte und der Podeste beträgt für alle Treppen 20 cm. Treppe sind aus Beton der Klasse C30/37 und verstärkt mit Stahl A-IIIN B500SP.

    Dachkonstruktion:

    Die Dachkonstruktion besteht aus Stahlträgern und einer Trapezblechdacheindeckung. Das Trapezblech ist in den Trägerbetrieb einbezogen und wurde in die statische Berechnungen einbezogen. Es wird angenommen, dass das Blech in jedem Falz an den Trägern befestigt ist, mit Verbindern in einem maximalen Abstand von 300 mm und dass es dreifeldriges Blech ist. Das System aus Stahlträgern wurde aus Stahl S235JR entworfen und auf Wänden und Stützen aufgelegt.

    Andere Projekte