Das Konstruktionsprojekt des Bürogebäudes ENARGITE betraf den Bau eines modernen Bürogebäudes im Zentrum von Łódź in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Łódź Fabryczna. Das geplante Gebäude besteht aus neun Stockwerken, darunter sieben oberirdische und zwei unterirdische, mit insgesamt über 200 Parkplätzen. Die Tragwerksplanung umfasste zwei Segmente des Bürogebäudes (A und B) mit einer Gesamtfläche von über 21 000 m2.

Das Haupttragwewrk ist ein Stahlbetonskelett, das durch monolithische Kommunikationsschächten versteift wird. Das Ganze wurde auf eine monolithische Stahlbetonplatte gegründet. Die Kommunikation von Autos und Geräten wurde durch Stahlbetonrampen gewährleistet, die biegesteif mit den Wänden, Schlitzwänden und Stahlbetonbalken verbunden waren. Für den Innenhof ist eine Stahlbeton-Unterkonstruktion in Form eines Platten-Balken-Systems vorgesehen. Beide Gebäudesegmente wurden durch eine Stahlbetonscheibe und eine Dehnungsfuge miteinander verbunden.

Das Konstruktionsprojekt des Bürogebäudes ENARGITE ist bislang das größte von figura.team durchgeführte Projekt. Es entstand in enger Zusammenarbeit mit einem befreundeten Architekturbüro – medusa group. Es wurden mehrstufige Entwurfsarbeiten durchgeführt, angefangen von der Konzeptphase – vorläufig und detailliert, über die Ausschreibungs- und Bauplanungsphase bis hin zur zweistufigen Ausführungsplanung.

Beschreibung der Konstruktionselemente:

    Einzelne Tragelemente wurden anhand von 2D- und 3D-Modellen mit Autodesk®-Software berechnet und gezeichnet: ROBOT™ Structural Analysis Professional®, AutoCAD, Advance Concrete, Advance Steel. In begrenztem Umfang wurde auch die BIM-Technologie, einschließlich Autodesk® Revit Structure, verwendet. Die Specbud®- und CadSiS®-Pakete wurden zur Überprüfung benutzt. Das Konstruktionsprojekt des Bürogebäudes beinhaltete die Erstellung der Statik und Festigkeitsanalysen sowie detaillierte Zeichnungen einzelner Bauelemente. Unter anderem wurden Montage-, Schalungs- und Bewehrungszeichnungen von Stahlbetonelementen sowie Zeichnungen aller entworfenen Stahlbauelemente erstellt.

    Gründung:

    Das Gebäude wurde auf einer monolithischen Stahlbetonfundamentplatte mit einer unterschiedlichen Dicke von 70 bis 130 cm gegründet. Unter den am stärksten belasteten Stützen, Kommunikationsschächten und Kranfundaments für die Montagezeit, wurden Vertiefungen der Platte geplant.  Darüber hinaus sind sowohl für die Oberflächenentwässerung der Platte als auch für die Pumpensümpfe entsprechende Absenkungen vorgesehen. Die Platte wurde mit Beton der Klasse C30/37 entworfen und mit A-IIIN-Stahl (B500SP) bewehrt. An den Stellen, an denen die Kräne während der Bauarbeiten gegründet wurden, wurde Beton der Klasse C40/50 verwendet. Die Begrenzung der Zugspannung im Beton aufgrund des Schwindens wurde durch die Arbeitsfugen an Stellen erreicht, an denen die Querkräften nahe Null sind. Das gesamte Fundament wurde auf eine Sauberkeitsschicht aus Magerbeton der Klasse C8/10 mit einer Dicke von 10 cm gelegt.

    Wände:

    Die Wände der Kommunikationsschächte, die Außenwände des Untergeschosses, teilweise die Wände des Obergeschosses – vom Hof und vom Osten, die Wände, die die Segmente trennen und die unterirdische Rampe tragen, sind als Stahlbeton, monolithisch ausgeführt. Außenwände auf der Ostseite haben neben der Aufnahme vertikaler Lasten auch eine aussteifende Funktion und nehmen im Zusammenwirken mit den Kommunikationsschächten horizontale Lasten auf. Die entworfene Wand, die die Segmente trennt, wirkt als Scheibe, das die Decken stützt. Alle Wände sind in monolithischer Technologie mit unterschiedlichen Dicken von 25 und 30 cm ausgeführt. Es wurden Beton der Klasse C30/37 und Bewehrungsstäbe aus A-IIIN (B500SP) Stahl verwendet.

    Säulen:

    Es wurden monolithische Stahlbetonstützen mit unterschiedlichen Querschnitten je nach der Lage und den übertragenen vertikalen Lasten entworfen. Im unterirdischen Teil werden die Säulen auf einer Fundamentplatte und örtlich auf einer Schlitzwand gegründet. Bei höheren Stockwerken legen die Säulen auf verdickten Streifen von Stahlbetondecken auf. Stützen sind aus Beton C30/37 und C40/50 bei höheren Belastungen. Es wurde Bewehrungsstahl der Klasse A-IIIN, B500SP verwendet. Im Parkplatzbereich sind die Säulen so konstruiert, dass sie außergewöhnliche Lasten aus Autoaufprall übertragen, und erhöhter Feuerwiderstandsfähigkeit auf REI120 durch die entsprechende Betondeckung haben.

    Decken:

    Im unterirdischen Teil wurden Stahlbetondecken entworfen, monolithisch in Form einer Flachdecke teilweise mit Verdickung der Platte in Stützstreifen und teilweise einer Plattenbalkendecke. Erdgeschossdecke ist örtlich auf die Schlitzwandköpfe aufgelegt. Im oberirdischen Teil wurden vorgefertigte Filigrandecken angenommen, meist mit verdickten Stützenstreifen in eine Richtung, und auf Stützen, Wänden und Stahlbetonbalken aufgelegt. Die Decken sind mit einer Grunddicke von 24 cm mit einer lokalen Verdickung auf 34 cm, und aus Beton der Klasse C30/37. Als Bewehrung wurde A-IIIN-Stahl (B500SP) verwendet.

    Treppe:

    Vorgefertigte Treppen auf der Basis von monolithischen Stahlbeton-Rastplätzen wurden installiert. Der Anschluss von Podesten an die Schachtswände wird mittels Biegebewehrung Bindax geplant. Vorgefertigte Elemente werden durch geeignete, speziell ausgewählte Abstandhalter unterstützt. Die monolithischen Elemente bestehen aus Beton C30/37 und Bewehrungsstahl A-IIIN (B500SP).

    Dachkonstruktion:

    Es wurde ein Flachdach aus Stahlbeton mit einer Anordnung analog zu Regelgeschoss entworfen – Filigrandecke, 20 cm dick, aus Beton der Klasse C30/37. Zur Verstärkung wurde A-IIIN (B500SP) Stahl verwendet. Um den Umfang des gesamten Gebäudes herum wurde ein Stahlbetonattika in Form von getrennten Stahlbetonwänden entworfen, die örtlich durch Stützen verstärkt sind.

    Stahlkonstruktion:

    Die Tragwerksplanung des Bürogebäudes beinhaltete auch einen Stahlbauentwurf. Der Entwurf umfasst Tragkonstruktionen für Installationen und Geräte, Träger in Aufzugsschächten und Schächten von Ventilatorräumen auf dem Flachdach. Zusätzlich soll im Rahmen der Außenkonstruktionen eine Stahlunterkonstruktion der Fassade aus BAKS-Elementen ausgeführt werden. Für die Stahlkonstruktionen wurde Profilstahl S235JR verwendet.

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